Am 25. Juni besuchten wir den Schweineschlachthof Van Rooi in Helmond (NL) während einer extremen Hitzewelle. Wir wollten sehen, welche Maßnahmen zur Verringerung von Hitzestress ergriffen worden waren und wie lange die Schweine in den Transportfahrzeugen ausharren mussten, bevor sie entladen werden konnten.
Überdachung mit Vernebelungssystemen und Belüftung sorgt für Kühlung
Van Rooi verfügt über eine große Überdachung, unter der Viehtransporter vor dem Entladen warten. An der Decke sind Vernebelungssysteme installiert worden. Auf Empfehlung von Eyes on Animals wurden kürzlich außerdem zwei große mobile Ventilatoren angeschafft. Am 25. Juni war einer dieser Ventilatoren in Betrieb.Unter der Überdachung war es mehr als 5 °C kühler (etwa 33 °C) als in der prallen Sonne außerhalb (38 °C). Dies machte für die Schweine einen deutlichen Unterschied, auch wenn die Temperaturen unter der Überdachung weiterhin hoch blieben.


Die Wartezeiten sind nach wie vor zu lang
Da die Temperaturen später am Tag voraussichtlich über 35 °C steigen würden, wurden etwas weniger Schweine geschlachtet (10.000 statt 11.500). Um Transporte während der heißesten Tageszeit zu vermeiden, trafen deutlich mehr Fahrzeuge bereits früh am Tag ein. Während unseres Besuchs warteten daher etwa 15 Lkw unter der Überdachung, und die Wartezeiten stiegen auf bis zu 2,5 Stunden, wobei einige Fahrzeuge sogar erheblich länger warten mussten.
Unserer Ansicht nach sind derart lange Wartezeiten insbesondere bei tropischen Temperaturen nicht akzeptabel. Trotz Schatten, Ventilatoren und Vernebelungssystemen zeigten viele Schweine weiterhin Anzeichen von Hitzestress, da die Temperaturen unter der Überdachung deutlich über 30 °C lagen.
Die Beladungsdichte sollte weiter reduziert werden
Die Beladungsdichte der Transportfahrzeuge war geringer als üblich, typischerweise um ein Schwein pro Abteil reduziert. Nach unserer Auffassung war dies jedoch noch immer zu hoch, da viele Schweine weiterhin dicht an dicht liegen mussten.In den wenigen Fahrzeugen, in denen die Tiere liegen konnten, ohne sich gegenseitig zu berühren, wurde deutlich weniger Hitzestress beobachtet.
Das Design der Transportfahrzeuge bleibt problematisch
Heute beobachteten wir zahlreiche Viehtransporter mit perforierten Seitenwänden (Gitter- bzw. Lochblechseiten) sowie vollständig geschlossene Fahrzeuge mit Zwangsbelüftung. Unserer Ansicht nach können beide Bauweisen während extremer Hitze Risiken bergen.Bei Fahrzeugen mit perforierten Seitenwänden bleibt warme, feuchte Luft häufig in den Abteilen eingeschlossen, während kühlender Luftstrom und Wassernebel die Tiere weniger effektiv erreichen.


Auch in den vollständig geschlossenen, querbelüfteten Fahrzeugen maßen wir höhere Luftfeuchtigkeitswerte, wodurch es für die Schweine schwieriger wurde, Körperwärme abzugeben. Glücklicherweise waren die von uns an diesem Tag kontrollierten geschlossenen Fahrzeuge mit einer vergleichsweise geringen Besatzdichte beladen, was offenbar entscheidend ist, um schwerwiegende Tierschutzprobleme zu vermeiden.
Nach Ansicht von Eyes on Animals sind unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen zum Design von Viehtransportern und zu den Auswirkungen verschiedener Bauweisen auf das Klima innerhalb der Tierabteile erforderlich.
In einem Fahrzeug, das am Nachmittag eintraf, war der Hitzestress besonders ausgeprägt. Die Schweine versuchten buchstäblich, aus dem Transporter zu klettern. Wir positionierten sofort einen mobilen Ventilator neben dem Fahrzeug, woraufhin sich die Tiere sichtbar beruhigten. Auf unsere Bitte hin erhielt dieser Transporter Vorrang bei der Entladung.


Empfehlungen
Wir wissen es zu schätzen, dass Van Rooi in eine Überdachung, Vernebelungssysteme und zusätzliche mobile Ventilatoren investiert hat, und wir fühlen uns in ihrem Schlachthof stets willkommen. Gleichzeitig hat dieser tropisch heiße Tag gezeigt, dass Kühlungsmaßnahmen allein nicht ausreichen und dass lange Wartezeiten weiterhin ein erhebliches Tierschutzproblem darstellen.
Wenn Schlachthöfe die Anlieferungen auf die frühen Morgenstunden verlagern, um Transporte während der heißesten Tageszeit zu vermeiden, besteht die Gefahr, dass innerhalb kurzer Zeit zu viele Fahrzeuge eintreffen. Dies führt zu längeren Wartezeiten und erhöht das Risiko von Hitzestress.
Um dies zu verhindern, sollten an sehr heißen Tagen entweder weniger Schweine geschlachtet oder die Kapazitäten für Entladung und Warteställe erweitert werden.
Abschließend empfahlen wir, an heißen Tagen eine speziell dafür zuständige Person einzusetzen, die das Wohlergehen der Tiere in den wartenden Transportfahrzeugen überwacht, damit bei Bedarf sofort Maßnahmen ergriffen werden können. Außerdem empfahlen wir, beide mobilen Ventilatoren während heißer Tage durchgehend zu betreiben und in mehrere zusätzliche Geräte zu investieren.

