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Home » Our inspections » Beobachtungen beim Fangen und Verladen von Masthähnchen in Grefte in Zieuwent

Beobachtungen beim Fangen und Verladen von Masthähnchen in Grefte in Zieuwent

13. August 2020

Heute beobachteten wir das Fangen und Laden von Masthähnchen auf dem Geflügelbetrieb Grefte in Zieuwent. Jeroen van den Hurk, Geflügelsektorleiter bei der Rabobank, lud uns ein um gemeinschaftlich Paul Grefte, den Besitzer eines innovativen Masthähnchenbetriebes zu besuchen. Paul wollte uns eine Reihe von Innovationen auf seinem Hof zeigen. Um den Hitzestress bei Masthähnchen zu reduzieren, werden sie abends und nachts beladen.

Neben dem Geflügeltransporter standen große Lüftungswände, um Hühner während des Wartens mit frischer Luft zu versorgen. Paul Grefte ließ diese Lüftungswände speziell für die Sommerzeit bauen. Die Ventilatoren hatten eine sehr hohe Leistung; sogar auf der Rückseite des Lkw konnte man den Wind spüren. 

In der Scheune wird die einströmende Luft durch ein Rohrsystem in der breiten Hohlraumwand an der Seite der Scheune mit Grundwasser gekühlt. Mit Hilfe von Ventilen wird automatisch geregelt, wie viel kühle Luft eindringt. Die Luft, die in die Scheune einströmte, fühlte sich in der Tat kühl an. Paul zeigte, dass die Temperatur in der Scheune tagsüber etwa 5 Grad kühler ist als draußen. Seiner Meinung nach  ist dies nicht nur besser für das Wohlergehen der Hühner, sondern sorgt auch dafür, dass sie schneller wachsen. Darüber hinaus wurde ein Rohrnetz unterirdisch angelegt, um die für den Winter erzeugte Wärme zu speichern. Auf diese Weise wird minimale Energie verbraucht.  

Obwohl das Kühlsystem eine signifikante Senkung im Vergleich zur Außentemperatur verursacht, sahen wir immer noch eine Reihe von Hühnern, die mit offenen Schnäbeln atmeten (ein Symptom von leichtem Hitzestress). Wir sind daher besorgt über die Hühner, die in Unterkünften untergebracht sind, in denen es kein Kühlsystem gibt.

Um die Hühner zu fangen, wurde die Apollo Generation 2 Fangmaschine eingesetzt. Die Hühner werden auf einem Förderband „aufgeschaufelt“ und dann über einen kleinen Durchgang in die Transportboxen transportiert. Die Maschine wurde auf eine niedrige Geschwindigkeit eingestellt, so dass der Fang relativ ruhig verlief. 

Der Durchgang der Apollo Generation 2 (siehe blaue Pfeile) ist ausserdem breiter als bei der vorigen Apollo-Generation – so dass mehr Hühner gleichzeitig transportiert werden können und die Bandgeschwindigkeit somit reduziert werden konnte.  

Um den Brandschutz in den Scheunen der Masthähnchen zu verbessern, hat Paul eine intelligente Lösung gefunden. Die Regeleinrichtung für elektrische Anlagen (wo das Feuer oft ausbricht) ist in einem Schiffscontainer neben den Scheunen untergebracht. Dadurch wird die Verbreitung bei einem Brandausbruch minimalisiert.  

Schließlich sprachen wir auch noch über die Tötung kranker und verletzter Masthähnchen, die auf vielen Betrieben durch Genickbruch erfolgt. Nächsten Monat werden Paul Grefte und Eyes on Animals Anoxia einen Besuch abstatten – einem Unternehmen, das humanere Euthanasiemethoden mit Stickstoffschaum entwickelt hat, um zu sehen, ob dies auch etwas für sein Unternehmen ist. 

Wir sind beeindruckt von den Innovationen bei Grefte. Paul Grefte ist eindeutig fortschrittlich bei der Suche nach Problemlösungen in Bezug auf Hitzestress und Brandschutz – was zu Verbesserungen im Tierschutz führen wird. 

Paul hält jedoch immer noch schnell wachsende Masthähnchen. Wir glauben, dass schnell wachsende Masthähnchen aufgrund ihrer Genetik eine sehr schlechte Lebensqualität haben. Masthähnchen sind Jungtiere, die laufen, spielen, scharren, Staubbäder nehmen wollen – aber aufgrund ihres schnellen Wachstums und des schweren Brustgewebes sind sie stark eingeschränkt, um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Nach ein paar Wochen können sie nicht viel mehr tun, als zu sitzen, ein paar Schritte zu gehen, zu essen und zu trinken. Außerdem sind Hühner natürlich Waldtiere – sie sitzen gerne hoch oben in den Bäumen und sind stundenlang auf der Suche nach Nahrung. Aber in den Schuppen gibt es wenig Lebensraum (20-21 Hühner pro m2) und keine Beschäftigung. Wir hoffen daher, dass Paul (und andere Masthähnchenbetriebe) irgendwann zu einer langsamer wachsenden Hühnerrasse wechseln und die Ställe abwechslungsreicher gestaltet werden, zum Beispiel mit Strohballen, Scharrflächen und Schalen. Sehen Sie sich zum Beispiel diesen Masthähnchenstall in Norwegen an:   

https://www.facebook.com/animalia.norge/videos/487449082018570

Wir möchten Paul Grefte dafür danken, dass er uns den Zugang zu seinem Hof ermöglicht hat, und dass er wichtige Verbesserungen sowohl für die Umwelt als auch für den Tierschutz entwickelt und umgesetzt hat. 

Filed Under: Inspektionen, Transporte Tagged With: chicken transport, chicken-catching

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