Das milliardenschwere Kalbfleischunternehmen VanDrie Group rückt von seinem klaren Versprechen ab, ab 2026 keine irischen Kälber mehr zu importieren. Dieses Ziel hatte sich das Unternehmen selbst gesetzt – nach öffentlicher Empörung über die umstrittenen und illegalen Kälbertransporte. Nun, da die Frist erreicht ist, setzt VanDrie die Importe stillschweigend fort.
Jedes Frühjahr importiert VanDrie Zehntausende sehr junge Kälber aus Irland in die Niederlande. Die Tiere sind tagelang per Schiff und Lkw unterwegs und müssen bis zu 30 Stunden ohne Milch und mit unzureichenden Ruhezeiten auskommen – ein Verstoß gegen europäische Vorschriften.
Versprechen im Jahresbericht
Aufnahmen von Eyes on Animals und Ethical Farming Ireland, die diese tierunfreundlichen Transporte dokumentierten, lösten 2018 und 2019 öffentliche Proteste aus. In den darauffolgenden Jahren verabschiedete das niederländische Parlament mehrere Anträge, die ein Ende der Importe irischer Kälber forderten. Im Jahr 2021 versprach VanDrie in seinem CSR-Jahresbericht:
“Vor 2026 werden wir den Import von Kälbern aus Osteuropa und Irland in die Niederlande einstellen.”
Keine öffentliche Empörung, alles wie zuvor
Da die öffentliche Aufmerksamkeit inzwischen nachgelassen hat, scheint VanDrie die Tierschutzvorschriften erneut zu missachten. Infolgedessen müssen auch in diesem Jahr wieder Zehntausende junger Tiere eine lange und belastende Reise ertragen – nur um schließlich als Kalbfleisch bei VanDrie zu enden.


Appell nach rechtlichen Schritten
Gemeinsam mit Ethical Farming Ireland und Dier&Recht fordern wir VanDrie eindringlich auf, sein Versprechen einzuhalten. Außerdem appellieren wir an den Staatssekretär für Landwirtschaft, Silvio Erkens, die Entwicklung von Vorschriften zu den Rinderkrankheiten Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) und Boviner Virusdurchfall (BVD) zu beschleunigen. Auf diesem Weg könnte die Regierung die illegalen Kälbertransporte aus Irland doch noch beenden.

