In den Jahren 2015 und 2017 besuchte Eyes on Animals den Schlachthof Heinen in Zelhem (NL), in dem Schweine und Rinder geschlachtet werden. Auf unseren Rat hin wurden Anpassungen an der Fixierbox für Schweine vorgenommen, was zu einigen Verbesserungen führte. Obwohl wir diese Änderungen begrüßten, blieb der Treibprozess der Schweine zur Fixierbox weiterhin sehr stressbelastet und weitere Verbesserungen waren eindeutig notwendig.
Konstruktionsmängel im Treibgang
Bei Heinen müssen die Schweine einzeln einen schmalen, langen Treibgang betreten. Für soziale Tiere wie Schweine, die es bevorzugen, in Gruppen zu bleiben, ist dies eine beängstigende Situation. Zudem weist der Treibgang eine starke Steigung auf, was das Handling zusätzlich erschwert. Während unserer Besuche stellten wir außerdem deutliche Unterschiede im Umgang des Personals mit den Tieren fest: Während ein Mitarbeiter trotz der baulichen Herausforderungen ruhig und geduldig blieb, reagierte ein anderer sichtbar frustriert. Dies führte zu lautem Schreien, Schubsen und hektischen Bewegungen – alles Faktoren, die erheblichen Stress bei den Schweinen verursachten.
Kein Fortschritt seit 2017 – Tierschutzniveau weiterhin unzureichend
Seit 2017 hat Eyes on Animals wiederholt versucht, weitere Verbesserungen bei Heinen zu unterstützen. Wir schlugen sowohl kleinere als auch größere Anpassungen vor, die sich an erfolgreichen Praxisbeispielen anderer Schlachthöfe mit elektrischer Betäubung orientieren – etwa an dem korralförmigen Treibgang bei Naturverbund in Deutschland, dem Bud-Box-System mit transparenter Fixierbox bei Willems in Druten oder dem doppelten Treibgang, der es Schweinen ermöglicht, nebeneinander zu laufen und damit ihrem natürlichen Verhalten besser entspricht.
Obwohl wir vollstes Verständnis dafür haben, dass Verbesserungen Zeit benötigen und kleine Schlachthöfe mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sind, hatten wir auf etwas mehr Offenheit und Transparenz gehofft. Nach unserem Kenntnisstand ist das Tierschutzniveau unverändert geblieben. Bislang hat uns Heinen mitgeteilt, dass sie keine Zeit für unsere Besuche hätten und die Kontrollen durch die NVWA als ausreichend erachten.
Wir bedauern, dass die Zusammenarbeit ins Stocken geraten ist. Aus unserer Sicht ist der Tierschutz bei Heinen derzeit unzureichend – trotz des eindeutig vorhandenen Verbesserungspotenzials.

