Der Schlachthof in Çorlu (Türkei) war der erste, der Interesse daran zeigte, das Tierwohl zu verbessern, und bereit war, Rinder in seinem Betrieb zu betäuben. Wir haben vor etwa 8 Jahren ein sehr gutes pneumatisches Betäubungsgerät von der Firma EFA gekauft und dort installiert.
Die Mitarbeiter wurden im Umgang damit geschult. Joanne McArthur von WeAnimals war ebenfalls vor Ort, um diesen Fortschritt zu dokumentieren. Leider wurde das Gerät einige Jahre später nicht mehr verwendet. Ein lokaler Vertreter des Landwirtschaftsministeriums übernahm in dieser Region ein Amt und stand dieser Veränderung der Schlachtmethoden ablehnend gegenüber. Er behauptete fälschlicherweise, die Betäubung sei nicht halal – vermutlich auch unter dem Einfluss von Diyanet. Zusätzlich beschwerten sich einige Fleischabnehmer des Betriebs über den Einsatz des Betäubungsgeräts. Wir kehrten mehrmals zurück, um die Situation zu verbessern, jedoch ohne Erfolg.
Heute sind wir mit der Absicht zurückgekehrt, unser pneumatisches Betäubungsgerät wieder mitzunehmen. Doch der neue leitende Tierarzt sowie einer der Mitarbeiter versprachen, dass es inzwischen wieder verwendet wird – wenn auch nicht bei allen Rindern, sondern nur bei den größeren Tieren. Das ist immerhin besser, als gar keine Tiere zu betäuben. Das Gerät hing tatsächlich in der Fixierbox und war auch an den Kompressor angeschlossen, was darauf hindeutet, dass es zumindest gelegentlich im Einsatz ist.
Wir werden ihnen daher noch zwei Monate Vertrauen schenken. In dieser Zeit müssen sie uns regelmäßig Videos schicken, die den Einsatz des Geräts belegen.
Wir stellen Schlachthöfen gerne Betäubungsgeräte zur Verfügung und bieten Schulungen an. Doch die Ausrüstung und das Wissen müssen auch tatsächlich angewendet werden, um den Tieren echte Erleichterung zu verschaffen. Andernfalls werden wir unsere Unterstützung auf Betriebe konzentrieren, die eher bereit sind, Verbesserungen umzusetzen.


