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Home » Inspektionen » Schlachthäuser » Kontrolle eines weiteren Schlachthofs in der Türkei

Kontrolle eines weiteren Schlachthofs in der Türkei

12. Juni 2013

Turkey_slaughterhouses_blured

Heute Nachmittag sind wir eingeladen, ein weiteres Schlachthaus in der Türkei zu besichtigen, das seit 2010 viele Schafe und Rinder aus der EU schlachtet. Es ist ein großer Schlachthof. Die Zustände sind alarmierend, die Tiere werden auch hier vor der Schlachtung nicht betäubt. Der Boden des Treibgangs ist sehr rutschig. Um die Tötungsbox zu betreten, müssen die Tiere einen 90- Grad-Winkel passieren. Einige Tiere sträuben sich und versuchen in dem schmalen Treibgang umzudrehen. Bei unserer Ankunft hat sich ein Bulle beim Versuch sich umzudrehen verkeilt. Ein Arbeiter schlägt mit einem Stock fest auf seinen Kopf, um ihn zum Weiterlaufen zu bewegen. Der Bulle hat panische Angst. Zudem können die Rinder aus dem Treibgang in die Tötungsbox sehen und bekommen den gesamten Schlachtprozess mit. Wie in den anderen Schlachthöfen auch, ist hier das letzte Stück des Treibgangs vor der Tötungsbox steil abfallend und sehr rutschig, so dass die Rinder zu Fall gebracht werden. Sie rutschen mit ihren Beinen durch einen Spalt, dort wird ihnen eine Kette um den Hinterlauf gehängt, an der sie dann herausgezogen und auf die blutüberströmte Schlachtstraße gezogen werden. Alles ohne jegliche Betäubung. Der Kopfschlächter sticht fast jedem Tier mit den Fingern in den Augapfel, so dass es vor lauter Schmerz erstarrt und den Kopf still hält. Während das Tier vor Schmerzen brüllt, schneidet der Schlächter ihm die Kehle durch. Das Tier versucht dann verzweifelt hochzukommen, aber die Kette an seinem Hinterlauf zieht es innerhalb von 5 Sekunden so schnell hoch, dass es an einem Bein frei über dem Boden zum Ausbluten schwebt. Wir führen ein langes Gespräch mit dem Veterinär, in dem wir unsere Bedenken äußern und über Verbesserungen diskutieren. Vor allem sollte der Spalt vor der Tötungsbox sofort geschlossen werden, damit die Tiere nicht mehr hineinrutschen können. Es sollte auch eine stärkere Beleuchtung im Tötungsbereich installiert werden, damit die Tiere nicht mehr aus dem hellen Treibgang ins Dunkle laufen müssen. Rinder wollen nie ins Dunkle laufen und ihr Sträuben verursacht nur Frustration bei den Arbeitern, was dazu führt, dass die Tiere geschlagen werden.Der Veterinär ist gesprächsbereit und möchte unsere Vorschläge umsetzen. Wir haben über ein besseres System gesprochen, damit das Hochziehen der Rinder bei vollem Bewusstsein vermieden wird und dass den Tieren ab sofort nicht mehr in die Augäpfel gestochen werden darf. Uns wird gesagt, dass die Verletzungsgefahr der Mitarbeiter durch das Kopfschlagen der Rinder sehr hoch ist und sie ihnen deshalb in die Augäpfel stechen. Das lähmt die Tiere kurzzeitig und ermöglicht dem Kopfschlächter nahe genug an das Rind heranzukommen, um ihm mit dem großen scharfen Messer die Kehle durchzuschneiden. Wir verstehen, dass es für den Kopfschlächter sehr gefährlich werden kann, aber das rechtfertigt es nicht, den Tieren in die Augäpfel zu stechen.Zum Glück hört uns der Tierarzt genau zu und ist offen für unsere Einwände. Trotz des vielen Leids und Elends, das wir hier gesehen haben, sind wir jedoch zuversichtlich, mit seiner Hilfe das Leiden der Tiere zumindest vor der Tötung zu verringern. Wir werden den Direktor kontaktieren, um ihm die Verbesserungsmaßnahmen vorzuschlagen. Wir möchten ihnen auch Experten für Rinderverhalten zur Beratung schicken, die ihnen bei der Verbesserung der bestehenden Einrichtung helfen.

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