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Home » Neuigkeiten » Schlechte Nachrichten » Immer noch keine kälberfreundliche Milch in Supermärkten

Immer noch keine kälberfreundliche Milch in Supermärkten

30. Oktober 2015

New born calf at dairy farm
Photograph: Joanne McArthur

Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie ein Kalb gebären. Diese neugeborenen Kälbchen werden in Milchbetrieben sofort nach ihrer Geburt von ihren Müttern getrennt und einzeln in kleine Holzboxen oder Iglus untergebracht. Unsere handelsübliche Milch in den Regalen der Supermärkte stammt somit von Milchkühen, die noch nie die Möglichkeit hatten ihr eigenes Kälbchen aufzuziehen. Stattdessen werden die Kälbchen mit Milchpulver aus Eimern gefüttern, da Milchaustauscher deutlich billiger sind als frische Milch.

30 Milchfarmer aus den Niederlanden haben sich nun entschlossen, mit dieser Gewohnheit zu brechen. Sie lassen die neugeborenen Kälbchen bei ihren Müttern, so wie die Natur es vorgesehen hat. Das bedeutet, dass der Bauer sich die Milch mit dem Kalb teilen muss. Aber dafür sind Mutterkuh und Kälbchen gesünder und ausgeglichener. Kälber die am Euter saugen, leiden nur halb so oft an Durchfall wie Kälber die von ihren Müttern getrennt wurden, weil das Saugen einen positive Effekt auf den Speiseröhren-Reflex hat. Dieser Reflex stellt sicher, dass die Milch in den richtigen Verdauungstrakt gelangt. Der Ösophagus-Reflex funktioniert nicht so gut bei Kälbern die aus Eimern gefüttert werden. Es können Durchfallerkrankungen entstehen. Zudem werden durch den sozialen Kontakt mit der Mutterkuh beruhigende und schmerzstillende Hormone ausgeschüttet. Die Kälber sind vitaler und robuster gegenüber Infektionen und sie wachsen schneller. Sie zeigen auch deutlich weniger Verhaltensstörungen.

Auch die Milchkühe profitieren von der muttergebundenen Kälberaufzucht. Sie leiden deutlich weniger an Euterentzündungen, weil das Kalb regelmäßig das Euter entleert. Durch den Saugreflex wird bei der Mutterkuh unmittelbar nach der Geburt Oxytocine ausgeschüttet, wodurch die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur gefördert werden und somit weniger Gebärmutterinfektionen entstehen.

Leider wird die Milch dieser 30 Milchbetriebe mit der konventionell hergestellten Milch der anderen 18.000 Kollegen gemischt, die die Kälber direkt nach der Geburt von ihren Müttern trennen. Sogar Bio-Milch und Milch von Demeter stammt oft von Betrieben die die Kälber von ihren Müttern trennen. Seit dem letzten Winter 2015 versucht Eyes on Animals, Supermärkte und Milchbetriebe dazu zu bewegen, ein Label für Milch aus muttergebundener Kälberaufzucht einzuführen, damit die Kunden wissen was sie kaufen. Es wurden hierfür viele Telefonate geführt und Briefe geschrieben. Leider hatte bisher kein Supermarkt oder Restaurant den Mut, diese Initiative aufzugreifen. Wir werden auf keinen Fall aufgeben und hoffen, dass wir bald über bessere Nachrichten berichten können. Auf unserer Homepage können Sie sich über das laufende Geschehen informieren.

Filed Under: Neuigkeiten, Schlechte Nachrichten Tagged With: calves, diary farm

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