In diesem Sommer beobachteten Eyes on Animals und Kolleg:innen der Animal Welfare Foundation einen Tiertransporter mit niederländischen Ferkeln an Bord, der an einem Schlachthof in Kroatien ankam. Die Tiere waren in einem Sammelzentrum in Lunteren (NL) verladen worden. Beim Entladen stellten wir fest, dass mindestens fünf Ferkel die Reise nicht überlebt hatten. Ihre Körper wurden von der Rampe geworfen und in einen Kadaverbereich geschleift.
Dass fünf Ferkel während einer etwa 18-stündigen Fahrt starben, deutet stark darauf hin, dass entweder ihr Gesundheitszustand oder die Transportbedingungen extrem schlecht waren.


Wir haben daher eine formelle Beschwerde mit einem Antrag auf behördliches Einschreiten bei den niederländischen Behörden (NVWA) eingereicht. Wir wollen wissen, ob dieser Transport rechtmäßig für den Export genehmigt wurde. Der Lkw fuhr während der heißesten Tagesstunden, wodurch es sehr wahrscheinlich ist, dass die Temperaturen in den Abteilen über 30 °C lagen. Zudem wurden 971 Ferkel verladen – eine extrem hohe Anzahl für diesen Fahrzeugtyp.
Normalerweise versucht Eyes on Animals zunächst, mit den verantwortlichen Parteien in einen Dialog zu treten, wenn wir bei unserer Feldarbeit Verstöße dokumentieren. In diesem Fall reichten wir jedoch umgehend einen formellen Antrag auf Durchsetzung ein, da wir in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Sammelzentrum in Lunteren gemacht haben. Bei einer früheren Gelegenheit beobachteten wir dort einen Tiertransporter mit schwer verletzten Sauen an Bord. Als wir versuchten, unsere Sorge ruhig mit dem Betreiber zu besprechen, verweigerte er jedes Gespräch. Auch offizielle staatliche Inspektionsberichte zeigen, dass dieses Sammelzentrum wiederholt gegen die Vorschriften verstößt, darunter schwere Fälle von Vernachlässigung und Leiden von Tieren.
In derselben Woche verfolgten wir einen zweiten Lkw, der niederländische Ferkel zu demselben Schlachthof in Kroatien transportierte. Diese Ferkel stammten aus einem anderen Sammelzentrum in der Provinz Nordbrabant. Auch bei diesem Transport stellten wir gravierende Probleme fest: Ferkel mit großen Hernien, überfüllte Abteile und kein Zugang zu Wasser während der Fahrt. Im Unterschied zum ersten Lkw aus Lunteren war dieser Transport jedoch zumindest für die kühleren Tagesstunden angesetzt, und die Fahrer zeigten sich offen und kooperativ. Nach einem offenen Gespräch mit uns ergriff der Betreiber des Sammelzentrums umgehend Maßnahmen, um eine Wiederholung zu verhindern – insbesondere durch die Anweisung an alle Mitarbeitenden, auf eine gleichmäßigere Verteilung der Ferkel zu achten und die Wassersysteme stets einzuschalten. Gegen dieses Unternehmen reichten wir keine formelle Beschwerde ein, werden seine Entwicklung jedoch weiterhin beobachten.
Abschließend forderten wir die niederländischen Behörden auf, die Exportzertifizierung für Schweinetransporte kritischer zu prüfen, da beide Transporte vor der Abfahrt nach Kroatien von offiziellen niederländischen Inspektoren genehmigt worden waren.
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