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Home » Inspektionen » Schlachthäuser » Schlachthofkontrolle im Cemit Schlachthof (Türkei)

Schlachthofkontrolle im Cemit Schlachthof (Türkei)

12. Dezember 2013

Unser EonA/AWF Einsatzteam ist zu einem Gespräch im Cemit Schlachthof in Bursa-Cali. Es geht darum, Verbesserungen für die Tiere zu besprechen.

14.12.2013_TR_CimetAbattoir_Bursa__8

In diesem Schlachthof ist z.B. die Entladerampe steil und breit und endet in einer 90 Grad Linkskurve, von wo ein enger Treibgang weiter führt. Der Boden der Pferche und die Treibgänge haben Löcher, es gibt keine Betäubungsbox zum Fixieren der Tiere, was wiederum dazu führt, dass der rituelle Schnitt nicht korrekt ausgeführt werden kann.

Die Rinder kommen vielmehr einzeln in einen kleinen Raum, wo sie die anderen Tiere sehen, die bereits zum Ausbluten aufgehängt wurden. Viele Mitarbeiter stehen herum. Der Boden ist rutschig und mit Blut verschmiert. Die Rinder bekommen eine Kette um das Hinterbein und werden daran so gezogen, dass sie ihr Gleichgewicht verlieren und auf den Betonboden fallen. Dann wird das angekettete Bein weiter nach oben gezogen und dem Tier wird die Kehle durchgeschnitten. Bei den Schafen wird ein Hinterbein gepackt und angekettet und an ein Laufband gehängt. Erst nach einigen Metern wird dann der Schnitt angesetzt.

Dieses Vorgehen ist sehr schmerzhaft für die Tiere und pure Qual. Es gibt viele Alternativen zu dieser Methode, dies wollten wir mit dem Schlachthofmanager und dem Veterinär besprechen.

Der Betriebsleiter teilt uns mit, dass der Schlachthof aufgrund der neuen Gesetzgebung ab dem 1.1.2014, bald geschlossen wird und nach einem Umbau wieder eröffnet werden soll. Wir fragen nach, ob sie schon Pläne für den Neubau haben, um die alten Baufehler zu vermeiden. Der Betriebsleiter verweist auf das Landwirtschaftsministerium. Dieses hat ihm die neuen Richtlinien weitergeleitet, die eingehalten werden sollen, aber ohne jegliche Begründung weshalb dies so sein soll. Leider führt das dazu, dass die Schlachthofleiter nicht verstehen, weshalb sie so viel Zeit und Geld in etwas investieren sollen, was sie selbst noch für unnötig empfinden.

Bei unserem Treffen mit dem Wirtschaftsministerium kommende Woche, werden wir diesen Punkt zur Sprache bringen. Wir haben dem Betriebsleiter Entwürfe von Dr. Temple Grandin gezeigt, die das Risiko von Verletzungen und Panik vermeiden. Wir haben erklärt, wie sie das natürliche Verhalten von Tieren für einen schonenden Umgang nutzen können und haben ihm Ausrüstungsgegenstände des Betriebes V-Cons in Belgien gezeigt. Das ist nur ein Hersteller von vielen, die mittlerweile Betäubungsboxen und Treibgänge nach besseren Tierschutzbedingungen herstellen. 

Wir werden weiterhin in Kontakt bleiben und ihm die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und konkrete Beispiele von anderen Halal-Schlachthöfen zusenden.

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